Zum Lesen der Geschichten benötigen Sie einen PDF-Reader
 

Sommer, Sonne, Meeresrauschen

 - Ein Tag in Riccione -

Der Morgen:

Sonne – 40 Grad, meldet der Wetterbericht im Fernsehen, als ich das Hotel verlasse.

Ein paar Schritte nur und ich habe den Strand erreicht. Um diese frühe Morgenstunde liegt er noch ziemlich einsam und verlassen. Blauer Himmel wölbt sich über mir. Das beglückende Gefühl von Freiheit durchströmt mich. Aber nicht nur das, auch das Gefühl, als gehöre dieses Eiland mir ganz allein. Die Strahlen der Sonne werfen erste Schatten von Liegen und Sonnendächer, als ich zu meinem Strandspaziergang aufbreche. Wärme umspielt meine Haut, mein Brustkorb weitet sich beim kräftigen Einatmen der salzhaltigen Luft. Das Meer ist spiegelglatt und zeigt sich von seiner sanftesten Seite. Leise rollen die Wellen an Land, ihre eigene Melodie singend.

Der Sand unter meinen Füßen gibt mir das Gefühl, auf einem beheizbaren Teppich zu laufen, mit jedem weiteren Schritt mit der Natur eins zu werden.       
weiter lesen ......

Fremde – Freunde

Schwungvoll setzte Andreas seinen Namen unter die Heiratsurkunde, gab den Stift an seine Braut weiter, die mit klarer, fester Schrift ihren neuen Namen hinzufügte. Der Bund war besiegelt. Zärtlich und gleichzeitig besitzergreifend nahm Andreas Barbara in seine Arme, er küßte sie leidenschaftlich vor dem Standesbeamten und den Trauzeugen.

Hochzeitsfeier – Barbaras Augen strahlten voller Glück, während sie sich mit Andreas im Walzerschritt drehte, beide sich verliebt in die Augen sahen, alles um sich herum vergessend.

Sie gaben ein schönes und interessant wirkendes Paar ab.

weiter lesen ......


Verloren im Schnee!

Bei jedem Sanatoriumsaufenthalt in Davos habe ich mir gewünscht, einmal auf die Pischa - einem Gebirgsgipfel von 2485 Meter Höhe - fahren zu können. Alle Besucher, mit denen ich gesprochen hatte, schwärmten und schwärmten in den höchsten Tönen davon. Das steigerte nicht nur meine Neugier, sondern von Mal zu Mal auch den Wunsch nach diesem Erlebnis. Wie unmodern, denn wir leben in einer Zeit, wo Wünsche nicht alt werden.

Um so glücklicher war ich, als sich diesmal zwei Kurgäste anboten, mich in ihrem Auto mitzunehmen. Es gab zwar eine Busverbindung, aber die mir zur Verfügung stehende Zeit zwischen den einzelnen Anwendungen hätte dazu nicht gereicht. Außerdem waren Skiabfahrten für Sanatoriumsgäste nicht erlaubt. Diese beiden Gäste jedoch hatten sich vorgenommen, das Verbot zu umgehen, während ich ja dort oben nur einen Spaziergang plante.

weiter lesen ......


Ein Mondscheinspaziergang

Winterzeit – Weihnachtszeit im Hochgebirge. Der Barpianist des Sporthotels in Davos hatte sein Spiel beendet. Gitta, in diesem Jahr ein Gast des Hauses, schaute auf die Uhr: Mitternacht. Sie hörte, wie die letzten Bewohner des Hotels sich langsam auf ihre Zimmer zurückzogen. Nach und nach kehrte Ruhe ein.

Normalerweise lauschte sie gern der Musik des Pianisten, die in ihr Zimmer heraufdrang, das direkt über der Bar lag. Schließlich befand  sie sich in einem Alter, in dem man noch gern tanzt und an Geselligkeiten teilnimmt. Aber im Gegensatz zu dem überwiegenden Teil der Gäste, die sich hier einen Ski- oder Weihnachtsurlaub gönnten, befand sie sich aus gesundheitlichen Gründen in diesem Urlaubsort. Sie hoffte, durch das Hochgebirgsklima Linderung ihres Asthmas zu finden. In dieser Nacht fühlte sie sich besonders von dem bunten Treiben ausgeschlossen. Oder war es, weil es auf Weihnachten zuging und sie in der Fremde war? Sie dachte an ihre Familie, die das Fest der Feste in diesem Jahr ohne sie feierte. Traurigkeit überkam sie.

weiter lesen ......


Faites vos jeux - Machen Sie Ihr Spiel!

Die Turmuhr schlug eins, die Stunde nach Mitternacht. Eine Zeit, in der normale Bürger schlafen und sich ersten Träumen hingeben. Geträumt hatte auch Rita, allerdings Wachträume, von denen sie hoffte, daß sie sich wie eine Kette aneinandergereihter Perlen vereinen würden. In den  seltensten Fällen jedoch wird aus Tag- oder Nachtträumen Wirklichkeit. Nicht umsonst sagt ja der Volksmund: Träume sind Schäume. Manche träumen ihr halbes Leben lang, um das zu begreifen; andere wiederum verstehen es, mit ihren Träumen schöpferisch umzugehen. Sie behaupten, wer nicht mehr träumt, ist schon gestorben. Alle Menschen dieser Erde, egal welcher Hautfarbe oder Konfession, wünschen sich Liebe, Glück, Erfolg, Brüderlichkeit, Schwesternschaft und  Gerechtigkeit. Das Leben aber zeigt, dass dies nicht gratis zu haben ist. Warum sonst werden immer wieder Kriege geführt, zerbrechen Partnerschaften, werden Menschen von ihresgleichen gefoltert, gehaßt, Kinder mißhandelt, Tiere sinnlos getötet?

Rita saß im Zimmer der eleganten Suite des Steigenberger Hotels Europäischer Hof in Baden-Baden, einer Stadt mit der schönsten und traditionsreichsten Spielbank der Welt. Auch im Casino zerrannen mehr Träume, als daß sie wahr wurden.

weiter lesen ......