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Das Versprechen an die GroßmutterMit Fragmenten aus ihren Romanen "Der große Santini" und "Ein Meisterschuß" stellte sich die Schriftstellerin Brigitte Sattelberger im Bürger- und Kulturzentrum Malstatt "Breite 63" vor. Die Laudatio hielt die bekannte saarländische Autorin Dolly Hüther. Umrahmt wurde die Lesung von dem Quartett CUM tibia. "Der große Santini" und "Ein Meisterschuß" sind Teil einer autobiographisch geprägten Familiensaga, mit der Brigitte Sattelberger die ereignisreiche und zum Teil von schweren Schicksalsschlägen geprägte Geschichte der Familie festgehalten hat. Wie sie selbst erwähnte, und auch die Besucher der Lesung feststellen konnten, war das Niederschreiben von Erinnerungen nicht immer einfach. In den beiden Romanen hat Brigitte Sattelberger die Lebensgeschichte ihrer Großeltern nachgezeichnet. Damit erfüllte sie nach fast 50 Jahren ein Versprechen, das sie ihrer Großmutter kurz nach dem Bombardement vom 13./14. Februar 1945 als Zwölfjährige gegeben hatte. Während der Großvater der Autorin im Keller von den herabstürzenden Trümmern erschlagen wurde, konnte die restliche Familie sich durch den in jener Nacht hervorgerufenen Feuersturm gerade noch vor dem zweiten Angriff in Sicherheit bringen. Das Manuskript, mit welchem der Vater der Autorin die Geschichte der Großeltern festgehalten hatte, wurde allerdings ein Raub der Flammen. Also versprach das Mädchen, diese Geschichte später einmal aufzuschreiben und dafür zu sorgen, das sie gedruckt und veröffentlicht würde. Mit deutlich nachvollziehbaren Bildern ließ Brigitte Sattelberger den Anfang des 19. Jahrhunderts vor den Augen der Besucher erstehen. Die junge Elsa bereitete sich auf ihre Hochzeit mit Alfredo Santini vor. Der Bräutigam, bei Elsas Vater gut angesehen; hatte er doch ein solides Handwerk gelernt. Wovon der Brautvater allerdings nichts wußte, war die neben dem Beruf betriebene künstlerische Ausbildung zum Tenor. Sie war auch der Grund, warum Elsa die Finanzen der jungen Eheleute mit eigener Arbeit aufbesserte, was zu damaliger Zeit nicht in das Normalbild einer Ehefrau paßte. Anschaulich wurde das Anfertigen der Brautschuhe durch Elsas Vater beschrieben, der Schuster von Beruf war. Auch wie die Anprobe des Brautkleides verlief und die Braut sich an einer Stecknadel des anzufertigenden Brautkleides stach und ein Bluttropfen auf dieses weiße Gebilde fiel. Die Besucher gewannen sofort den Eindruck, dieser Fleck könne ein drohendes Vorzeichen bedeuten. Untermauert wurde das durch die Weissagung einer Zigeunerin auf der Dresdner Vogelwiese, einem Volksfest, auf dem diese dem jungen Paar aus der Hand las. Während sie dem inzwischen fertig ausgebildeten Sänger Aufstieg und Fall voraussagte, lief sie beim Betrachten von Elsas Hand entsetzt davon, denn sie erkannte, die junge Frau würde alle Kraft brauchen, um ihr Lebensschicksal überhaupt zu meistern. Gisela Bahr, die Leiterin der "Breite 63", bedankte sich am Ende für den exzellenten und vor allem ausdrucksstarken Vortrag der Geschichte. Brigitte Sattelberger sei es durch die treffende Sprache gelungen, selbst die fast 100 Jahre zurückliegenden Ereignisse so zu beschreiben, als lägen sie erst kurze Zeit zurück, dem die Besucher begeistert zustimmten. Dolly Hüther, die eingangs Brigitte Sattelberger vorgestellt hatte, sah darin eine der großen Stärken der Autorin. Begeisterung fand auch die musikalische Umrahmung der Veranstaltung. Wie sich am Schluß in der Diskussion mit der Autorin herausstellte, befand sich sogar eine Dame unter den Zuhörerinnen, deren Mutter in der gleichen Straße in Dresden geboren war, in der die Autorin mit ihren Eltern vor dem Angriff gewohnt hat. Die Welt sei im Grunde ein Dorf, wurde daraufhin allgemein festgestellt. |
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