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Erfolgreiche Serie mit Autorenlesungen fortgesetztBrigitte Sattelberger in der Friedrichsthaler Stadtbücherei.Die Autorenlesungen in der Stadtbücherei Friedrichsthal haben sich in den letzten Monaten zu einer wahrhaft erfolgreichen Serie entwickelt. Nunmehr durfte der Leiter der Stabsstelle, Christian Jung, in den Räumen der Stadtbücherei Brigitte Sattelberger begrüßen, die aus ihrem Roman „Dresden mon amour“ vortrug. Zu den Gästen des Abends gesellte sich die Autorenkollegin und Freundin Dolly Hüther, die in einleitenden Worten auf das Schaffen der Brigitte Sattelberger einging. Frau Sattelberger betonte selbst, welches für sie die Motive zum Schreiben gewesen sind. Es gelte, Geschichtsträchtiges, Lustiges, Trauriges, überhaupt alle Ereignisse dem Vergessen zu entreißen und sie aufzubewahren. Für sie ist „ein gelebtes Leben wie ein Brunnen, ein unerschöpfliches Reservoir, in welches sie immer und immer wieder eintauchen und sich daraus bedienen kann“. Dabei scheint ihr literarisches Schaffen wie aus dem Leben gegriffen, alle Romane, Kurzgeschichten und Gedichte basieren auf wahren Begebenheiten. Sie wirbt bei ihren Zeitgenossen gerne dafür, selbst zur Feder zu greifen und die kleinen und größeren Geschichten zu Papier zu bringen. Auf der Welle der Sympathie, die der Autorin bei ihren Lesungen entgegen schlagen, möchte sie bei ihrem Schaffen weitergetragen werden. Sie weiß, daß sie als Autorin bei dem Austausch und Kontakt mit Leserinnen und Lesern, Zuhörerinnen und Zuhörern an kraft zum Arbeiten gewinnt. „Dresden mon amour“ war die erste größere literarische Arbeit von Brigitte Sattelberger. Dieser autobiographische Roman wurde von ihr stellvertretend für die Überlebenden, vor allem aber im Gedenken an die vielen Opfer der Bombenangriffe vom Februar 1945 auf das barocke Juwel Dresden geschrieben. Auch ihr Großvater, ihr Jugendfreund, dessen Familie, viele Schulkameraden und Verwandte zählten zu den Opfern. Viele Jahre der Arbeit und ungezählte Tränen stecken in dem Buch, Tränen um eine verlorene Kindheit, um eine verlorene Liebe, um eine verlorene Heimat, aber auch Tränen der Angst, Wut und Verzweiflung. Damit ihre Aufzeichnungen nicht in falsche Hände gerieten, vernichtete sie 1957 vor ihrer Flucht in den Westen alle Tagebücher. In den sechziger Jahren machte sie sich daran, erneut mit den Aufzeichnungen aus der Erinnerung heraus zu beginnen. Später ergänzte sie das Manuskript um Aufzeichnungen des Vaters zu den Jahren zwischen 1933 und 1945. Mit dem Mauerfall waren die Dämme gebrochen und alle verdrängten Erinnerungen flossen in einem 600seitigen Manuskript zusammen. Erst nach Jahren fand sich ein Verlag so dass das Werk im Jahre 1995 zum 50jährigen Gedenken der Zerstörung Dresdens herausgebracht werden konnte. Es ist ein erschütterndes Zeitdokument und zugleich ein einfühlsamer, romantischer Liebesroman voller Ethik, der das bewegte Leben der Autorin schildert. Es geht dabei nicht um eine Abrechnung, der Roman will an den Krieg und dessen Folgen in den Nachkriegsjahren erinnern: Hunger, Kälte sowie den ungebrochenen Aufbauwillen der Menschen. Er soll erinnern an die Hoffnung, die Ängste und die Teilung des Vaterlandes. Eindringlich schildert Brigitte Sattelberger, wie sie in Notzeiten wahre Freundschaft erfahren konnte, Freunde fürs Leben gewann. Sie schildert, daß es ein großes Glück sei, Liebe und Freundschaft kennen zu lernen, auch wenn dies nur für kurze Zeit gewährt würde. Der literarische Abend in der Friedrichsthaler Stadtbücherei war geprägt von einem bemerkenswerten Werk und von einer bemerkenswerten Autorin. Brigitte Sattelberger hat den Glauben an das Glück nicht verloren und sie kann die Wärme und das Verständnis füreinander in einer hektischen Zeit vermitteln. |
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