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Der Tod eines geliebten MenschenBrigitte Sattelberger las in St. Ingbert aus ihrem Buch "Eine Träne im Ozean". von sz-Mitarbeiterin Brigitte Quack Die Autorin Brigitte Sattelberger aus Saarbrücken stellte am Mittwochabend in der Buchhandlung Friedrich ihr neues Buch vor. Ein Werk, das ohne falsches Pathos, Leben und Tod thematisiert. St. Ingbert. "Ein gelebtes Leben ist wie ein Brunnen, ein unerschöpfliches Reservoir, in welches ich immer und immer wieder eintauchen und mich daraus bedienen kann", meinte Brigitte Sattelberger am Mittwochabend bei der Vorstellung ihres neuen Buches in der Buchhandlung Friedrich. Und wie in ihren fünf Vorgängerromanen bewegt sich die 1933 in Dresden geborene Autorin auch in "Eine Träne im Ozean" ganz nah am Leben, an ihrem eigenen Erleben. Das sich in diesem speziellen Fall mit dem Tod auseinander setzt. Dem Tod ihrer Eltern, aber auch und insbesondere mit dem Tod ihres Mannes, der in ihr eine große innere Leere entstehen ließ und sie in eine Schaffenskrise stürzte. Doch das Schreiben half ihr aus der Krise und so ist "ein Trauerbewältigungsprozess entstanden, bei dem das Authentische spürbar und nachvollziehbar ist", erläuterte ihre Autorenkollegin und Freundin Dolly Hüther, die sie an diesem Abend begleitete. Gedichte, Kurzprosa, Geschichten und Erzählungen sind in diesem 100-seitigen Buch abgedruckt und zudem werden von neun Schwarzweiß-Illustrationen von Edith Karner stimmungsvoll begleitet. Stimmungsvoll war auch die musikalische Umrahmung der Lesung durch das Quartett CUM tibia an diesem Abend. Im Buch selbst liegt der inhaltliche Akzent auf dem verständnisvollen Umgang mit den eigenen Gefühlen und Gedanken nach dem Tod eines geliebten Menschen. Ein Thema, das eigentlich alle früher oder später angeht und schon aus diesem Grunde bei den Zuhörern Betroffenheit auslöste. Fragen nach dem SinnSo will die seit 1957 in Saarbrücken beheimatete Schriftstellerin die Leser zum Nachdenken anregen, sensibel machen auch für die Schicksale anderer und natürlich die Liebe zur Literatur fördern. Gerade wenn es um den Tod geht, ein Tabu in unserer schnelllebigen Zeit, richtet sich der Blick nach innen und, wie sollte es anders sein, nach oben. In der Ich-Form richtet Sattelberger Fragen an ihren verstorbenen Mann. Fragen nach dem Sinn, nach der Vorbestimmung, auf die sie keine Antworten erhält. Die Fragen bleiben offen. Doch gerade in diesem Alleinsein mit den eigenen unbeantworteten Fragen fasst sie in Worte, was Menschen in solchen Situationen bewegt. "Die Schleier der Nacht legen sich barmherzig über die Wunden, die uns das Schicksal schlägt", schreibt sie in bildhaften Worten und appelliert an das Vergessen. Die Rede ist aber auch von Hoffnung und von kleinen, unerklärlichen Wundern, die einen sinnvollen Umgang mit der Trauer ermöglichen. Ein schönes Buch, das die Sicht nach innen richtet und vom eigenen Erleben berichtet, ohne dabei zu pathetisch zu werden. "Eine Träne im Ozean" von Brigitte Sattelberger. 100 Seiten, Empedokles Verlag, 2004. Preis: elf Euro |
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