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Tränen und Schmerz gehören zum Leben

Dem Monat November kann Brigitte Sattelberger eigentlich wenig Positives abgewinnen.
Weil er mit Tod und Abschiednehmen zu tun hat. Und doch sind das genau die Themen,
mit denen sich die Schriftstellerin in ihrem neuesten Buch auseinander setzt.

von sz-Mitarbeiterin Christine Pfeiffer

Saarbrücken. „Eine Träne im Ozean“ heißt der Titel des Buches von Brigitte Sattelberger, das im Empedokles Verlag erschienen ist. „Eigenes Erleben hat dieses Buch stark beeinflusst“, sagt die Autorin. „Nach dem Tod meines Mannes bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Das Schreiben hat mir geholfen, die Trauer besser zu verarbeiten.“

Trotzdem ist kein deprimierendes Buch entstanden, vielmehr gibt es in den Erzählungen und Gedichten immer wieder Hoffnungsschimmer. „Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die sich nicht greifen oder begreifen lassen“, sagt Brigitte Sattelberger. „Deshalb verdrängen die Menschen sie oft.“ In ihren Büchern bekommen diese Dinge Platz. Die Botschaft dahinter soll eines klar machen. Dass das Leben auch nach schmerzhaften Verlusten weitergeht. Dass es keinen Sinn hat, den Schmerz zu verdrängen, weil er sonst später noch viel stärker zurückkommt. Das Bedürfnis zu schreiben kennt die gebürtige Dresdnerin von Kindestagen an. Die Bombardierung ihrer Heimatstadt erlebte sie als 12-Jährige. Ein Trauma. Ihr Großvater starb unter einer einstürzenden Mauer, schützte aber ihre Großmutter unter seinen Armen. „Er hat auch mein Leben gerettet, weil er mich von sich weggestoßen hat und ich so nicht tödlich getroffen wurde“, erinnert sich Brigitte Sattelberger. Dieses Erlebnis habe sie nie vergessen. In ihrem ersten Roman „Dresden mon amour“ hat sie es versucht zu verarbeiten. Aber noch heute lässt der Gedanke an diese Zeit die sonst so fröhliche Frau ganz still werden.

Fünf Romane sind mittlerweile veröffentlicht. „Eine Familiensaga“, nennt sie die Autorin. „Sie schildern Frauenschicksale. Sie sind zwar fiktiv, beruhen aber dennoch auf wahren Begebenheiten.“ Denn Brigitte Sattelberger hat viel erlebt: Ihre Flucht aus der damaligen DDR im Jahr 1957 ist nur eines der prägenden Erlebnisse. „Ich möchte den Lesern das Leben nahe bringen, so wie es ist“, sagt sie. „Dazu gehört auch die Tatsache, dass es nicht immer gut ausgeht. Schmerz und Kummer gehören dazu.“ Noch zwei Krimis, ein Gedichtband und zwei Romane hat sie im Computer. Im Moment hofft sie vor allem, einen Verleger für ihren Gedichtband zu finden.

„Doch die Branche ist wie ein zu klein geratener Tigerkäfig, in dem nur der Stärkste mit den kräftigsten Ellenbogen überlebt“, so die Autorin. Und auf Ellenbogen kommt es ihr nicht an. Viel mehr hofft sie, dass sie auch mit ihrem neuesten Buch eines schafft: den Menschen ein Stück Hoffnung und Kraft mit auf den Weg zu geben.

Das Buch „Eine Träne im Ozean“ von Brigitte Sattelberger enthält Kurzprosa, Gedichte und Erzählungen. Illustriert wurde es von Edith Harner, das Vorwort stammt von der saarländischen Innenministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Das Werk wurde Anfang des Monats im Palais Röder neben der Staatskanzlei der Öffentlichkeit vorgestellt. Es hat 100 Seiten und ist im Empedokles Verlag erschienen. Preis: elf Euro.

 


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