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Ein Abend voller Fantasie

Brigitte Sattelberger aus Saarbrücken las in Altstadt

Altstadt(bam) Vorpremiere beim Literaturzirkel der Altstadter Volkhochschule. Erst im Oktober wird der Roman „Eine Träne im Ozean“ erscheinen, und bereits jetzt, mehr als ein halbes Jahr vorher, wurde den Besuchern des Leseabends ein erster Einblick, eine Kostprobe davon gewährt.

Brigitte Sattelberger, die Autorin aus Saarbrücken, war wieder einmal zur Lesung zu Gast im Feuerwehrhaus, das jede Woche montags zum Treffpunkt der Bücherfreunde umfunktioniert wird. Über 20 Interessierte ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen und lauschten der Lesung von Sattelberger, die von ihr selbst unter das Motto „Poetisches Potpourri“ gestellt worden war. „Alltägliche Begebenheiten, die unser Leben erst lebenswert machen“, sind nach ihren eigenen Worten der „Stoff“ und die „Fundgrube“ für ihre Geschichten. Ob es dabei um Tod und damit die Bewältigung von Trauer und den Verlust geht – wie etwa in ihrem im Herbst erscheinenden sechsten Roman - oder um schlichte Nachdenklichkeit: Stets ist der Autorin daran gelegen, in wenigen prägnanten Worten Gedankenbilder bei den Hörern und Lesern entstehen zu lassen, diese geradezu zu provozieren. „Man kann sich wirklich gut in diese Gedankenwelt hinein versetzen, erlebt geradezu mit oder meint, Gleiches oder Ähnliches schon einmal erlebt zu haben“, meinte eine Mitarbeiterin des VHS-Kreises. Nicht nur Passagen aus ihrem noch ungedruckten Buch, sondern auch Kurzgeschichten hatte Brigitte Sattelberger für ihre Altstadter Lesung parat. „Straßenbekanntschaft“ nannte sie die eine, die in eine verschneite Gebirgslandschaft führt und zu Spuren im Schnee, von denen sich herausstellt, daß die Figuren der Handlung besser nicht auf sie aufmerksam geworden wären. An anderer Stelle ist dann der unheilvolle Einfluß des Geldes das Thema der Short-Story, „Zimmer frei!“

Das eine kleine Puderdose als Spiegel des Lebens geeignet ist, über Schicksalsschläge, eigene Fehler und Fehlentscheidungen grundlegend zu reflektieren, ist der besondere Clou einer anderen Geschichte aus Sattelbergers Feder.

„Sie hat uns als ihr Publikum mit Gedichten und Geschichten in liebevoller, warmherziger und fesselnder Weise wieder mit auf die Reise genommen, die uns geradewegs in unseren Alltag hinein geführt hat“, schloß Arnold Hübler, der Leiter des Arbeitskreises den Literaturabend.


Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 09.03.2004 (Lokalausgabe Homburg)

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