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Verwirrungen, Verstrickungen und Schläge des SchicksalsDresdner Schriftstellerin Brigitte Sattelberger las in Altstadt Passagen aus ihrem Buch "Ein Meisterschuss" | ||
Altstadt (bam). Wahre Begebenheiten sind die Hintergründe ihrer Geschichten, und zumeist hat sie diese selbst erlebt, nutzt ihre persönlichen Erinnerungen als eine Art "Steinbruch" für die Handlungsstränge ihrer Bücher. Von Brigitte Sattelberger ist die Rede, der aus Dresden gebürtigen Schriftstellerin, die es nach ihrer Flucht aus der DDR in den 50er Jahren in saarländische Gefilde verschlagen hat. Jetzt war sie zur Lesung aus ihrer neuesten Veröffentlichung beim Literarischen Arbeitskreis der Altstadter Volkshochschule zu Gast und stellte Passagen aus ihrem Roman "Ein Meisterschuss" vor. Es ist die zweite Folge einer tragischen Saga, deren Auftaktband "Sattelberger" bereits vor Jahresfrist an gleichem Ort präsentiert hatte. Ein Versprechen, so gestand sie ein, habe sie mit den beiden Bänden eingelöst. Ihr Vater habe die Geschichte seiner Eltern in den dreißiger Jahren niedergeschrieben, das väterliche Manuskript sei aber leider bei einem Bombenangriff zerstört worden. "Ich musste daraufhin meiner Großmutter in die Hand versprechen, diese Lebensgeschichte erneut aufzuschreiben, und nicht eher zu ruhen, bis ich einen Verlag gefunden habe, der sie als Buch druckt und veröffentlicht", ließ die Autorin Revue passieren, welches "Gelübde" sie als Kind abgelegt habe. Gut und gerne ein halbes Jahrhundert später und über viele Umwege habe sie dieses Wort eingelöst. Verwirrungen und Irrungen, Verstrickungen und raue Schläge des Schicksals weiß sie dabei stets vor der Kulisse bewegter Zeitgeschichte zu inszenieren. In "Der große Santini - Aufstieg und Fall eines Dresdner Tenors" berichtet sie von den realen Begebenheiten um Elsa und Alfredo Santini, die sich auf einem Volkfest in Dresden anno 1906 von einer "Zigeunerin" aus der Hand lesen ließen. Die Hellseherin prophezeite Alfredo einen kometenhaften Aufstieg als Tenor, jedoch würden aller Erfolg und Ruhm ebenso flugs wieder vergehen, wenn er die Ratschläge "falscher Freunde" befolge. Für diesen Fall würde er sein 28. Lebensjahr nicht vollenden. Im neuen, zweiten Buch der Saga mit dem Titel "Ein Meisterschuss" ist der große Santini just so tot, wie es ihm geweissagt worden war. Gänzlich mittellos ist seine Frau mit ihrer kleinen Tochter dem täglichen Kampf ums Überleben und weiterem Unheil ausgeliefert. Nicht ohne schauspielerisches Talent versetzte sich Brigitte Sattelberger in ihrem lebhaften Vortrag in die Rollen und Charaktere der einzelnen Figuren. Durch die gezielte Auslese der Textstellen ergab sich so eine Dramaturgie, die so vielfältig wie spannend war und das literarische Publikum forderte. "Schreiben bedeutet für mich, Geschichtsträchtiges, Lustiges und Trauriges, ja überhaupt alle wichtigen Ereignisse vor dem Vergessen zu bewahren, sie für die Gegenwart, aber auch die Nachwelt, zu bewahren", begründete die Autorin ihre Motivation. Und ein großes Anliegen sei es ihr, gerade auch jungen Menschen die Tragödie des Krieges, die sie bei der Bombardierung Dresdens am eigenen Leib miterlebt hat, nahe zu bringen. Nach ihren weiteren Projekten wurde Sattelberger befragt: Manch fertiges Manuskript, auch Gedichte und gar zwei Krimis warten in ihrem Rechner auf den Abruf. | ||
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Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 07.03.2003 (Lokalausgabe Homburg) | ||
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