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Private Verstrickungen und heftige Schicksalsschäge stehen im
Mittelpunkt der zweibändigen Familiensaga, die die Schriftstellerin Brigitte
Sattelberger jetzt bei einer Lesung im Rathaus Spiesen vorstellte.
Spiesen-EIversberg (goe). „Erzählen Sie etwas einer Autorin, Achtung! Sie
könnten sich in einer ihrer nächsten Geschichten wieder finden", sagt Brigitte
Sattelberger. Ihre Bücher sind mittlerweile zur Familien-Saga geworden. Aus den
Romanen „Der große Santini" und „Ein Meisterschuss" las die in Dresden geborene
Autorin vor einem interessierten Publikum im Rathaus Spiesen. Seit 1957 ist das
Mitglied des Freien Deutschen Autorenverbandes im Saarland zu Hause. Die
musikalische Umrahmung von Nicolay von Dellinghausen (Geige) schuf eine
angemessene Stimmung.
| Einen wahren Hintergrund haben ihre Geschichten, die sie
hauptsächlich „aus dem Brunnen der Erinnerungen" schöpft. „Glücklich, vor
allem aber ein bisschen stolz" ist die Schriftstellerin, dass sie mit der
Veröffentlichung der hier vorgestellten Bände ein Versprechen eingelöst
hatte. Ihr Vater schrieb die Geschichte seiner Eltern in den dreißiger
Jahren auf. Bei einem Bombenangriff wurde das Manuskript zerstört „und ich
habe danach meiner Großmutter versprochen, wenn ich erwachsen und vielleicht
einmal Autorin sei, diese Lebensgeschichte erneut aufzuschreiben und nicht
eher zu ruhen, bis ich einen Verlag gefunden habe, der sie druckt und
veröffentlicht", erzählte sie. Erst ein halbes Jahrhundert später und auf
Umwegen löste sie dieses Versprechen ein. Private Verstrickungen und heftige
Schicksalsschläge schildert sie stets vor dem Hintergrund einer bewegten
Zeitgeschichte. Im ersten Teil „Der große Santini - Aufstieg und Fall eines
Dresdner Tenors", erzählt die Autorin die wahre Begebenheit von Elsa und
Alfredo Santini. Während eines Volksfestes 1906 in Dresden lassen sich die
beiden Hauptdarsteller von einer Zigeunerin aus der Hand lesen. |
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Diese weissagt Alfredo einen kometenhaften Aufstieg als Tenor. Doch alles
Glück, Erfolg und Ruhm würden genauso schnell wieder verfliegen, wenn er auf
die falschen Freunde hört. Dann würde er sein 28. Lebensjahr nicht
vollenden. In „Ein Meisterschuss" setzt sich die tragische Saga fort.
Alfredo Santini, der große Tenor ist tot, wie die Zigeunerin geweissagt
hatte.
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Familien-Saga Brigitte
Sattelberger wurde in Dresden geboren, lebt aber schon lange im Saarland.
FOTO:VER |
| Völlig mittellos steht Elsa, die junge Witwe, mit ihrer kleinen
Tochter Herta da. Dass Elsa nun alle Kraft braucht, um ihr Leben zu meistern,
deutete die Wahrsagerin damals richtig. Aber welche Schicksalsschläge ihr noch
bevorstanden, konnte niemand ahnen. Mit schauspielerischer Begabung verkörperte Sattelberger in ihrem lebendigen Vortrag die Charaktere der einzelnen Figuren.
Durch die gelungene Wahl der Romanfragmente entstand eine Dramaturgie, die nicht
nur dem Publikum nahe ging. Schreiben bedeutet für sie, „Geschicht-strächtiges,
Lustiges und Trauriges, überhaupt alle wichtigen Ereignisse dem Vergessen zu
entreißen, sie aufzubewahren". Weitere veröffentlichte Romane sind: „Dresden mon
amour" - auch hier setzt sie sich mit den teilweise dramatischen Erlebnissen
ihrer Kindheit auseinander - sowie „Das geschenkte Jahr" und „Eine Frau will
nach oben". Gibt es noch andere Projekte? Manch fertiges Manuskript, Gedichte
und zwei Krimis schlummern druckreif im PC und warten noch auf einen Verleger,
erfährt man im anschließenden Gespräch zwischen der Schriftstellerin und den
Zuhörenden. Dabei wurde auch viel über Dresden geredet. Sie machte noch einmal
deutlich, dass es ihr ein Anliegen ist, auch jungen Menschen die Tragödie des
Krieges nahe zu bringen. Dass die Jugend von heute desinteressiert sei, hält sie
für ein Vorurteil. Während ihrer Besuche und Lesungen in vielen Gymnasien könne
sie sich persönlich davon überzeugen. |
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