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Eine Familiengeschichte aus dem Sächsischen stellte die heute im Saarland
lebende Autorin in der St. Ingberter Stadtbibliothek vor. Das Epos umfasst
inzwischen schon mehrere Bände.
- Von HORST LANG -
St. Ingbert. Dass „das Leben immer noch die besten Geschichten schreibt", davon
ist die Autorin Brigitte Sattelberger überzeugt. Und da sie auf ein bewegtes
Leben zurückblicken kann, hat sie mittlerweile eine mehrbändige Familien-Saga
vorgelegt. Die rührige Schriftstellerin, Mitglied im Freien Deutschen
Autorenverband, ist in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden aufgewachsen und
hat seit 1957 im Saarland eine neue Heimat gefunden. Auf Einladung des St.
Ingberter Literaturforums las sie in der Stadtbücherei aus den beiden neuesten
Bänden aus ihrer Feder „Der große Santini - Aufstieg und Fall eines Dresdener
Tenors" und „Ein Meisterschuss - Elsa Santini zwischen Kaiserreich und
Inflation". Wie in ihrem Erstlingswerk „Dresden, mon amour", das sie vor drei
Jahren bereits an gleicher Stelle vorstellte, setzt sie sich in ihren Romanen
mit den prägenden, oft traumatischen Erlebnissen ihrer Kindheit und Jugend
auseinander. Dabei werden private Verstrickungen und dramatische
Schicksalsschläge stets vor dem Hintergrund der stürmisch bewegten
Zeitgeschichte geschildert. Mit ihrem Schreiben will sie erklärtermaßen „diese
Ereignisse dem Vergessen entreißen". Dass ihr Werk stark autobiografische Züge
trägt, ist auch dem einfühlsamen und engagierten Vortrag anzumerken, den die
Besucher bei der Lesung in der Stadtbücherei erleben konnten.
Dabei ist die Entstehungsgeschichte der Texte selbst schon spannend wie einer
ihrer Romane. Das Talent wurde ihr sozusagen „in die Wiege gelegt", denn auch
ihr Vater betätigte sich bereits schriftstellerisch. Aber dessen Aufzeichnungen
sind den schlimmen Kriegswirren zum Opfer gefallen. Deshalb hat sie als junges
Mädchen ihrer blinden Großmutter versprochen, dass sie ihre Geschichte eines
Tages zu Papier bringen werde. Dieses Versprechen sollte sie ein halbes
Jahrhundert später nach einigen Umwegen einlösen.
In „Der große Santini" heiratet Elsa, die Tochter des rechtschaffenen
Schuhmachermeisters Möbus, den schmucken Alfredo, der zwar einem
grundanständigen Beruf nachgeht, aber daneben heimlich Gesangsstunden nimmt.
Dass eine solche Verbindung nicht gut gehen kann, lassen schon böse Vorzeichen
am Hochzeitsmorgen ahnen. Elsa entdeckt an ihrem Gatten, der zunehmend eigene
Wege geht, Wesenszüge, die ihr fremd sind. Und sie erinnert sich an die Worte
ihrer Schwester: „Gefühle sind wandelbar". Als sich auch noch die düsteren
Prophezeiungen einer Zigeunerin an Alfredo tragisch erfüllen - „Wer hoch steigt,
fällt tief" -, steht die jungen Frau mit ihrem Kind ganz alleine da.
In dem Buch „Der Meisterschuss" aus ihrer Feder wird der steinige Lebensweg der
tapferen jungen Frau weiterverfolgt, der durch den Ausbruch und den Verlauf des
Ersten Weltkrieg überschattet wird, und der sie durch zahlreiche Irrwege und
Prüfungen führt. |