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Vom Alltag unter BombenMit Herzblut geschrieben: Brigitte Sattelbergers Bücher erzählen von ihrem Leben in Dresden |
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Mit 13 Jahren versprach Brigitte Sattelberger ihrer Großmutter, ihre Geschichte niederzuschreiben. Lange dauerte es, bis sie das wahr machte. Dann entstanden literarischen Zeitdokumente, die zu Herzen gehen. Schreiben, das ist für Brigitte Sattelberger, die heute in Klarenthal lebt, ein „Muss", eine innere Verpflichtung. Auch ein Versprechen, das sie der geliebten Großmutter einst gegeben hat. Doch davon später. Hatte ihr der Vater die Begabung in die Wiege gelegt? In den 30er Jahren, als Sattelberger noch ein Kind war, las er abends vor, wenn sich drei Generationen im Wohnzimmer im Elternhaus in Dresden versammelten. Denn die Großmutter war blind. „Er hat meine Liebe zur Literatur geweckt," meint Brigitte Sattelberger. „Ich reiste damals in der Fantasie durch die beschriebenen Länder und in mir entwickelte sich der starke Wunsch, ebenfalls zu schreiben."
Doch schon in den 60er Jahren beginnt sie, ihre intensiven Erinnerungen an die Kindheit in Dresden und vor allen Dingen an den schrecklichen Bombenangriff, den sie und ihre Familie am eigenen Leib erleiden mussten, aufzuzeichnen. Endlich, 1994, findet sie für ihr erstes Buch, das den liebevollen Titel „Dresden, mon amour" trägt, einen Verlag. Es ist nicht nur ein erschütterndes Zeitdokument, sondern gleichzeitig ein einfühlsamer Liebesroman, der das bewegte Leben der Autorin nachzeichnet. Wieder spricht Brigitte Sattelberger von einer „Verpflichtung": „Ich bin es den Toten schuldig, denn wenn nicht wir als Zeitzeugen den jungen Menschen von den Ereignissen erzählen, wer soll es sonst tun?" Ein Roman, mit dem sie aber auch durch das Schreiben einen Teil ihrer eigenen Last loswerden konnte. Es folgen „Das geschenkte Jahr", ein Buch über das Leben der früh verstorbenen Tante Regina und „Eine Frau will nach oben", das ihrer Tante Anna gewidmet ist. Dann erst fühlt sie sich so weit, das tragische Leben ihrer Großmutter nachzuzeichnen: „Der große Santini" und „Ein Meisterschuß" erschienen im vergangenen Jahr. Damit löste Brigitte Sattelberger das Versprechen ein, das sie der geliebten Großmutter als 13-Jährige gegeben hat: „Du kannst dich drauf verlassen, dass deine Geschichte gedruckt und veröffentlicht wird!" Natürlich ahnte Brigitte Sattelberger damals nicht, wie lange es bis dahin dauern würde. Und sie war sich auch nicht dessen Tragweite bewusst. Schließlich waren alle Aufzeichnungen des Vaters, die er vor dem Krieg von der Geschichte der Großeltern gemacht hatte, bei dem Bombenangriff verbrannt. „Ich musste meiner Großmutter manches Mal die Würmer aus der Nase ziehen," erinnert sich Brigitte Sattelberger lachend. Doch zusammen mit ihren eigenen Erinnerungen und den Erzählungen ihrer Mutter, die ja vieles miterlebt hatte, gelang es der Autorin, die Puzzlesteinchen zusammenzufügen. Brigitte Sattelberger hat in diesen beiden Bänden in einer klaren Form das packende Schicksal einer mutigen Frau beschrieben, die trotz der zahlreichen persönlichen Tragödien, die sie erleiden musste, nie ihren Optimismus und ihre Liebe zu den Menschen verlor. Eine Familiensaga, die den Zeitraum von fast einem Jahrhundert umspannt, bilden die fünf erschienenen Bände. Aber Brigitte Sattelberger hat, wie nebenbei, in ihren Romanen durch das Beschreiben des alltäglichen Lebens auch ein Dokument der schweren Zeiten geschaffen. Man möchte diese Bücher dem Leser ans Herz legen, denn mit Herzblut, mit einer tiefen Liebe zu den Menschen, sind sie geschrieben. KERSTIN JOOST-SCHÄFER |
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